ABC-Abenteuer: Im Wald mit den Letterbabies LESEPROBE

Liebe Leserinnen und Leser,

wir haben ja bereits von unserem neuen Vorlesebuch berichtet. Nun stellen wir Euch das erste Abenteuer als kleine Leseprobe vor. Das Buch ist im Großformat in Din A 4. Und die Geschichten sind in Großbuchstaben verfasst.

Viel Spaß! Eure Letterbabies

A

„Bleibt alle dicht zusammen!“, sagte A. Er drehte sich um und sah in 25 verschreckt blickende Augenpaare. Was war das? Dicht über ihren Köpfen glitt etwas hinweg. Zu hören war nichts. Und doch war es da. Sie fühlten sich beobachtet. „Habt ihr mich verstanden?“, fragte A und blickte verängstigt in den Himmel. Außer dem hellen Mond war nichts zu sehen. Alle nickten. „Ich habe allen auf Syntaxis versprochen, euch heile wieder zurück zu bringen!“, betonte er. „Wir wissen, dass du deine Rolle als Anführer sehr ernst nimmst. Jetzt lass uns endlich weiter gehen, ich habe ein ungutes Gefühl hier!“, sagte V. A drehte sich um. Sein weißer Körper schimmerte im Mondlicht. Die Füße waren gelb, ebenso seine linke Hand, sein Mützchen und sein Name auf dem runden Bauch – A.

„Irgendwo muss hier unser Kontaktvogel sein. So war es vereinbart!“, dachte A laut und blickte angestrengt in die Baumkronen. Wieder ein Rauschen. Drachengleiche Flügelschwingen schwebten über sie hinweg. Alle duckten sich und suchten hinter Baumwurzeln und Pilzen Versteck. Das konnte nicht der Kontaktvogel sein. Der war zu groß. Angst machte sich breit. B kroch aus seinem Versteck und holte aus seinem Beutel ein Buch heraus. Er hatte auf dem Boden eine Stelle erwischt, die vom Schein des Vollmondes hell erleuchtet war. „Ein … ADLER!“, schrie er plötzlich auf. „Ach was. Das kann nicht sein. Hier gibt es keine Adler!“, antwortete A. „Doch, ganz bestimmt! Sieh!“, sagte er und zeigte ihm das Buch. A blickte hinein und blätterte hin und her. Dann meinte er leise: „Ein Adler war es nicht. Das, das war ein Uhu. Ein Raubvogel!“ Voller Panik riss B sein Buch an sich, klappte es zu und sprang wieder unter einen Pilz. „Ich geh da nicht mehr raus! Definitiv nicht. Bestimmt will der uns fressen!“, sagte B ängstlich.

„Wir müssen unseren Kontaktvogel finden! Er muss hier ganz in der Nähe sein! Was sollte der Uhu an uns finden? Wir sind viel zu klein für ihn!“, meinte A und wollte gerade wieder hinter der Baumwurzel hervor klettern, als B sagte: „Mäuse sind auf seinem Speiseplan – und die sind kleiner als wir!“ B hatte viel Ähnlichkeit mit A. Er trug einen hellgelben Overall. Nur seine linke Hand, seine Mütze und seine Füße waren dunkelgelb. Und natürlich prangte auch auf seinem Bauch sein Name in dunkelgelb: B.

„Weiter!“, befahl A, nachdem er in den Himmel blickte und kein Riesenvogel mehr zu sehen war. Zitternd folgten ihm seine Freunde. A erklomm einen kleinen, weichen Hügel. Dort blieb er stehen, drehte sich zu seinen Freunden um und sagte: „Man sagt immer, es sei gefährlich im Wald, aber man darf auch nicht übertreiben. Immerhin …“ K unterbrach ihn: „A? A? Was ist das?“ A schaute K ratlos an: „Was denn?“, fragte er und kratzte sich am Kopf. „Das … das, was an deinem Körper hoch klettert. Lauter … was auch immer!“ Kleine schwarze Tierchen mit sechs Beinen und einem lang gestreckten Körper kletterten plötzlich in Massen an A hoch. A kratzte sich erneut, blickte an sich herab und schrie laut auf: „Aaaaahhhhhhhhhh!“ Er schüttelte sich die Insekten vom Körper und sprang mit aller Kraft von dem kleinen Hügel zu seinen Freunden, die erstarrt auf das rege Treiben auf dem Haufen blickten. B schrie auf: „Ameisen! Das sind Ameisen! Schnell weg! Die wollen uns in ihren Bau holen!“ A kratzte sich immer noch und lief mit seinen Freunden so schnell er konnte davon.

Das Laub unter ihren Füßchen raschelte, A war aus der Puste und gab seinen Freunden ein Zeichen für eine kurze Verschnaufpause. Sie hörten Schritte. Viele Schritte. Schreie ertönten. „Was war das?“, fragte W. „Keine Ahnung!“, antwortete A. Wie erstarrt blieben alle stehen. Wieder Schreie. Ein schauriges Geräusch. „Ich … ich … habe Angst!“, wimmerte P. „Ich auch“, hätte A am liebsten geantwortet. Doch das ging nicht. Er war der Anführer. Und Anführer dürfen keine Angst haben. Oder doch??? Er atmete tief durch und sagte: „Hab keine Panik, P. Das ist sicher unser Kontaktvogel!“ Aber er glaubte selbst nicht daran. Schritte. Immer mehr Schritte, sie kamen näher. Doch die Letterbabies bewegten sich nicht. Woher kamen die Schritte? A schluckte schwer. Die Schritte kamen näher. Die sechsundzwanzig Freunde verharrten regungslos wie Steine. Eine große kalte Nase glitt über sie hinweg. Mit tiefen Atemzügen wurden ihre Gerüche inhaliert. Eine weitere große Nase kam heran und schnupperte an ihnen. Eine dritte Nase. Nicht bewegen, dachte A. Ein Barthaar des großen Tieres kitzelte an seiner Nase. Kitzel. Kitzel.

B betrachtete die roten langen Tiere ausgiebig im Mondschein. Er hatte sie im Buch gesehen. Waren es Hunde? Nein, dafür war der Schwanz zu buschig. Waren es Katzen? Nein, dafür war die Schnauze zu lang … Gleich würde es ihm einfallen. Bestimmt.

Das Barthaar kitzelte A immer noch. Heiße Atemluft strömte aus ihren großen Nasenlöchern. Beim Schnuppern vibrierte es. Kitzel. „A … A … A … AAAAAAAAHHHHHAAAATSCHIIIII!“, schrie A plötzlich laut auf und musste kräftig niesen. Die großen Schnuppertiere sprangen in die Luft vor Schreck und liefen in hohem Tempo davon. Nach einigen Sekunden Schockstarre regten sich die Letterbabies. Sie atmeten tief ein und aus. „Was war das?“, fragte W erleichtert.

„Ihr habt sehr großes Glück gehabt!“, erklang plötzlich eine freundliche, hohe Stimme von oben. Irritiert sahen sich die Letterbabies um. Diese Stimme haben sie noch nie gehört. „Hier bin ich!“, rief die Stimme. Die Letterbabies blickten erwartungsfroh in den Himmel. Doch so weit brauchten sie gar nicht zu schauen. Denn auf einem Ast direkt über ihnen saß ein schwarzer Vogel mit gelbem Schnabel. Er war etwas größer als die Letterbabies selbst und blickte freundlich herab. „Von hier aus habe ich eine gute Aussicht! Ich habe schon auf euch gewartet!“, sagte er. Erleichtert sagte A: „Dann bist du unser Kontaktvogel?“ „Ja, das bin ich. Wobei ich eher Wanderführer sagen würde. Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Albert Amsel. Ich bin extra lange wach geblieben, damit ich euch für euren Waldausflug bereit stehen kann. Die ersten Abenteuer habt ihr ja schon hinter euch gebracht. Das eben war übrigens eine Fähe beziehungsweise ein Füchsin mit ihren Jungen.“ „Ähm. Und was heißt das konkret?“, wollte A wissen. „Nun, sie sind auf der Jagd und suchen etwas Leckeres. Ihr wärt bestimmt eine schmackhafte Abwechslung auf ihrem Speiseplan gewesen!“, sagte Albert Amsel. „Wir liegen schwer im Magen!“, antwortete A und schluckte.

„Sag, Albert Amsel …“, wollte A beginnen. „Nennt mich einfach Albert!“, unterbrach der Vogel. „Albert, hast du uns vorhin gerufen? Wir hörten Schreie!“ „Nein, das war eine Schleiereule. Aber zu ihr kommen wir später“, sagte Albert und grinste. „Dann wollen wir mal los!“, meinte er und flog in den nächsten Baum. „Ich bleibe hier oben, so habe ich eine bessere Aussicht und kann euch bei Gefahr warnen!“ „Gefahr? Ich meine, äh, du meinst, wir sind in Gefahr? Ich meine, in echter Gefahr?“, fragte A aufgeregt. „Nun. Es ist nachts und wir sind im Wald“, antwortete Albert und flog auf den nächsten Ast. A drehte sich um und beruhigte die anderen mit leiser Stimme: „Er macht nur Spaß … ganz bestimmt.“

 

Letterbaby A

ABC-Abenteuer im Wald mit den Letterbabies

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